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Skurriler Spartrend aus Amerika – den eigenen Sarg zimmern
Ein Tischler aus dem US-Bundesstaat Minnesota bietet in seiner Werkstatt u.a. Kurse im Sargbau an.
Den eigenen Sarg zu zimmern lohnt sich. In einem Drei-Tage-Kurs erlernen Interessierte die Bearbeitung von Holzelementen. Die Kosten hierfür belaufen sich inklusiv dem Material auf ca. 700 Dollar (537 Euro). Dies ist im Gegensatz zu den durchschnittlichen Sargkosten von 4000 Dollar (3000 Euro) die ein Bestatter in Rechnung stellt, ein wahres Schnäppchen.
Nach eigenen Angaben haben bereits mehrere Dutzend Menschen einen solchen Kurs belegt und sich ihren eigenen Sarg gezimmert. Die Teilnehmerzahlen seiner Sargbau-Kurse wachsen seit Monaten.
Da es in Amerika auch ein Bestattungsgesetz gibt, muss jeder Kursteilnehmer, der sich in seinem eigen gezimmerten Sarg bestatten lassen will, vorher abklären ob dies in seinem Bundesstaat möglich ist.
Wie wird es weitergehen, wird sich der ein oder andere fragen: Hätte so etwas auch in Deutschland eine Zukunft? Der 45-jährige Tischler aus Minnesota selbst, hat dazu schon eine Vision: Einen Sarg-Bausatz aus Brettern, Scharniere, Leim und eine Anleitung lassen sich im Internet bestellen und zuhause nachbauen.
Gestaltung einer Trauerfeier
Die Angehörigen, Freunde, Bekannten usw. nehmen in den meisten Fällen in der Friedhofskapelle mit einer Trauerfeier nochmals Abschied von ihrem Verstorbenen.
Je nach der gewünschten Bestattungsart wird der Sarg oder die Urne daran anschließend in einer entsprechenden Grabstätte beigesetzt.
Bei Feuerbestattungen kann einen Trauerfeier auch vor der Einäscherung stattfinden. Die Beisetzung der Urne erfolgt dann zu einem späteren Zeitpunkt, meist in aller Stille oder im Kreis der nächsten Angehörigen.
Eine Trauerfeier bedeutet jedoch auch das letzte Zusammensein mit, bzw. der Abschied von einem Verstorbenen und hinterlässt daher meist einen bleibenden Eindruck. Man sollte diese daher so individuell wie möglich gestalten. Zwar dürften z.B. bei einer christlichen Bestattung bestimmt Elemente nicht außer Acht bzw. fortgelassen werden, es steht aber auch nichts im Wege, hier etwas zu ergänzen bzw. erweitern.
Musik auf einer Trauerfeier
So könne traditionellen und charakteristischen Beerdigungslieder durch moderne weltliche Lieder bzw. Lieblingslieder der/des Verstorbenen ersetzt werden. Angehörige und Freunde sollten sich nicht scheuen, selbst einmal einige Worte zu sprechen oder einen Text / ein Gedicht vorzutragen.
Die Aufzählung könnte zwar beliebig fortgesetzt werden, sie soll aber hauptsächlich dazu anregen, sich einmal im voraus Gedanken über die Gestaltung einer Trauerfeier zu machen.
Vor allem darf der im Wort enthaltenen Begriff „Trauer“ aber den zweiten Begriff „Feier“ nicht verdrängen, denn der Abschied von einem Mitmenschen sollte auch so feierlich und individuell wie eben möglich sein.
Regelungen und Vorsorge für den Tag X
Tag aus- Tag ein sind wir mit dem Tod konfrontiert – Wir alle wissen um das Unausweichliche – den Tod. Da uns dieser Gedanke jedoch schreckt, schieben wir ihn gerne beiseite. Umso unvorbereiteter trifft es uns dann an dem Tage, an dem wir mit dem Tod konfrontiert werden.
Wer keine Angehörigen hat und dennoch sichergehen will, dass er seinen Wünschen und Vorstellungen getreu die letzte Ruhe findet, wo und wie er es möchte, kann mit einem Bestattungsinstitut einen Vorsorgevertrag abschließen, der alles Wesentliche regelt:
- Trauerfeier
- Sarg bzw. Urne
- Blumen und Kränze
- Form der Bestattung
- Grabstein
Solche Verträge oder auch private Niederschriften müssen im Todesfall von den Hinterbliebenen berücksichtigt werden.
Königin bestellt sich einen gläsernen Sarkophag
Dänemarks Königin Margrethe (69), hat sich kurz vor Ihrem 70.Geburtstag einen gläsernen Sarkophag bestellt. Der Sarg wird eine Sonderanfertigung, in der auch Margrethes Mann Prinz Henrik (76) Platz finden soll. Wie man bei Bild treffend titelte: “Ein Geschenk für die Ewigkeit!”
Buch-Tipp: Warum steht auf Opas Grab ein Stein?
Warum steht auf Opas Grab ein Stein?
Hamburger Kinder erklären Beerdigungen (32 Seiten mit Abb.)
Preis: 3,50 €
Schulpastor Christian Butt (Hg.)
Verlag: Calver Verlag Stuttgart
ISBN: 978-3-7668-4124-7
Kurzbeschreibung
Hamburg (epd). Unter dem Titel “Warum steht auf Opas Grab ein Stein?” haben Hamburger Kinder einen kleinen Beerdigungsführer für Kinder geschrieben. Auf 32 Seiten werden Begriffe wie “Sarg”, “Erdwurf”, “Beileid” oder “Urne” kurz erklärt und jeweils mit einem selbst gemalten Bild erläutert. Verfasst wurden die Texte von Oberstufenschülern der Walddörfer Gesamtschule. Die Bilder wurden von Hamburger Grundschülern gemalt.
Die Idee zu dem Beerdigungsführer kam Schulpastor Christian Butt, als seine Eltern 2008 kurz hintereinander verstarben und er seinen Kindern die Beerdigungsrituale erklären wollte. Gemeinsam mit Hamburger Schülern gestaltete er daraufhin einen Beerdigungsführer. Erklärt werden einfache Begriffe: “Ein Grab ist eine tiefe Grube in der Erde. In diese Grube wird der Sarg oder die Urne hineingelassen. Die Grube wird dann mit Erde zugeschüttet.”
Erklärt werden aber auch Beerdigungsrituale, die viele Erwachsene nur schwer erklären könnten: Warum legen Freunde und Angehörige Kränze auf das Grab? Die Besonderheit des Kranzes sei, heißt es dort, dass er keinen Anfang und kein Ende habe. Der Kranz sei damit ein “Zeichen für die Unvergänglichkeit”. Er stehe dafür, dass die Liebe der Trauernden und auch die Liebe Gottes zu dem Verstorbenen ewig ist.
Es sei für ihn erstaunlich, so Pastor Butt, mit welcher Klarheit die Kinder das Thema Tod darstellten. Schließlich sei es ein Thema, das Erwachsene eher meiden würden. So wird auch erklärt, was der “Leichenschmaus” nach der Beerdigung ist. Bei diesem Essen gehe es nicht so traurig und formell zu wie bei der Trauerfeier. Das gemeinsame Essen helfe, den Verstorbenen in guter Erinnerung zu behalten und ein bisschen Abstand von der Trauer zu bekommen. Abgebildet sind schwarz gekleidete Gäste an einer Kaffeetafel mit einem Glas Rotwein im Vordergrund.
PRO und CONTRA: handbemahlte Särge und Urnen kaufen
Was spricht für oder gegen eine/n handbemalte/n Urne bzw. Sarg?
Die Medien berichten ja häufiger über Künstler die Särge und Urnen veredeln- nur was man häufig bei diesen Berichten vermisst, sind Angaben zu Lieferzeit und Preis.
Für ein handbemaltes Einzelstück steht natürlich die Individualität und vielleicht auch die Erfüllung eines letzten Wunsches.
Gegen eine handbemalte Urne bzw. Sarg sprechen sicher der erhöhte Preis und das Risiko einer verspäteten Lieferung.
Aus Sicht des Bestatters kann ich gut verstehen, dass er sich kaum verschiedene Modelle auf Lager stellt, wo man zum einen aus Kostengründen und auch aus Individualitätsgründen nicht mit Sicherheit sagen kann, wann er diese abverkaufen kann. Denn wer sich für einen handbemalten Sarg entscheidet, sucht sicher kein Motiv von der Stange, sondern hat seine ganz eigenen Vorstellungen. Leider hören wir in der Praxis häufiger, das eine individuelle Sargbemalung um die 14 Tage dauert und da muss man sich schon die Frage stellen, wie in der Zwischenzeit mit dem Verstorbenen verfahren werden soll.
Aus meiner persönlichen Sicht, würde ich also den Individualisten unter uns empfehlen, sich schon zu Lebzeiten ihren ganz persönlichen Designer-Sarg/ Urne zu kaufen und evt. in der Zeit bis zum Ableben als Schrank, Bücherregal oder ähnliches zu nutzen. Sicher, in diesem Punkt lässt sich über Pietät streiten.
Ich würde dieses Thema gerne aufgreifen, ein wenig näher beleuchten und freue mich auf Ihre Meinung!
Das Bestattungsritual
Das übliche Bestattungsritual dient überwiegend der Trauerbewältigung der Hinterbliebenen. Zur Trauerbewältigung gehören u.a.:
- die Trauerrede (meißt durch Pfarrer)
- ein gemeinsames Essen mit dem Toten oder im Anschluss an die Beerdigung mit den Trauergästen,
Die Abschiednahme am offenen Sarg ist in Deutschland nicht unüblich. Dies ist dann hierzulande nur in Schauräumen möglich, denn im Gegensatz zu Ländern wie den USA bzw. England ist es in Deutschland nicht gestattet, den offenen Sarg bis zur Gruft oder Grabstelle zu begleiten. In Mexiko ist auch ein Sargfenster über dem Kopf möglich.
Der Bestattungsvorgang gilt als abgeschlossen, wenn eines der beschriebenen Rituale beendet ist. Das evt. anschließende Aufstellen von Grabsteinen/ Gedenkplatten, sowie das Anlegen von Grabanlagen gehören nicht zur Bestattung. Infolge einer Verlegung durch die Nachkommen, Friedhofsschließungen oder aus anderen Gründen der Umbettung, ist eine Widerbestattung mit seinen Bestattungsriten möglich.

