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Erdbestattung / Feuerbestattung



Es gibt weltweit die verschiedensten Formen der Bestattung. In Europa gilt die Erdbestattung als traditionelle Bestattungsform. Das heißt, die Beisetzung des Verstorbenen erfolgt in einem Sarg oder die Verbrennungsreste nach einer Feuerbestattung mittels einer Urne. Bei der Sargbestattung wird der Verstorbene, in der Erde eines kommunalen bzw. kirchlichen Friedhofs eingelassen. Eine neue Grabstelle auf einem Friedhof erwirbt man in der Regel für einen Zeitraum von15 – 30 Jahren. Der Nutzungszeitraum ist individuell verlängerbar. Eine Beisetzung auf einem privaten Grundstück oder das Verstreuen der Asche im privaten Bereich ist in Deutschland aufgrund des Friedhofszwang´s nicht gestattet. Genau dasselbe gilt für die Aufbewahrung der Totenasche mittels einer Urne im privaten Bereich.

Eine weitere Form der Bestattung ist die Feuerbestattung -Verbrennung in einem Krematorium- ist in der deutschen Bestattungskultur relativ neu.  Die Feuerbestattung ist grundsätzlich nur möglich, wenn der Verstorbene diese Bestattungsart schriftlich verfügt hat. Die Beisetzung der Asche erfolgt in der Regel in einem Urnengrab mit oder ohne Urne. Dies geschieht entweder auf einem Friedhof, in Friedwäldern oder durch Verstreuen der Totenasche auf ausgewiesenen Streuwiesen oder der See. Die Feuerbestattung wurde vor allem von Atheisten, Freidenker sowie Freigeistigen gefordert und gegen den Widerstand der Kirche zum Ende des 19 Jahrhunderts eingeführt. Das erste deutsche Krematorium entstand 1878 in Gotha. Die katholische Kirche hat eine Verbrennung der Leiche erst 1963 offiziell zugelassen.

Auf welche Art der Verstorbene bestattet wird, entscheiden die Familienangehörigen. Bei einer Feuerbestattung braucht man eine Unterschrift eines Familienangehörigen und einen so genannten Totenschein.

Bei der Feuerbestattung kommt am Ende die Asche des Toten in eine Innenurne, die die Größe einer Cola-Dose hat, die danach in eine schöne Außenurne kommt. Die Außenurne, die später beschriftet und zugelötet wird, kann man sich selbst aussuchen. Es gibt etwas günstigere und schlichte oder teurere und moderne Urnen. Bei den Särgen ist das genauso, man kann einen günstigen oder einen sehr teuren Sarg nehmen. Die Urne wird anschließend auf dem Friedhof beigesetzt.

Biologisch abbaubare Kunststoffsärge

Die Geschichte der biologisch abbaubaren Kunststoffsärge begann in Kenya. Dort sterben täglich rund 700 Menschen an Aids, und die Regierung mahnte bereits im Jahr 2005 wenig pietätvoll, aber dafür sehr auf den Schutz der schwindenden Wälder im Land bedacht: “Es ist nicht sinnvoll, unsere Bäume für Särge zu fällen!”

Kunststoff als Ersatz kam aber auch nicht in Frage, weil Plastik im Boden nicht vollständig abgebaut wird. Die Lösung kam dann in Form eines “Arboform” genannten Kunststoffs der Firma Tecnaro in Baden-Württemberg: Arboform wird aus Biomaterialien und Holzbestandteilen hergestellt, die als Abfallprodukt der Zellulose-Industrie anfallen.

Aus der Forschung entstanden

Anders als echtes Holz lässt der Werkstoff sich aber mit ähnlichen Methoden wie Kunststoff aus Erdöl verarbeiten. Ansonsten ähnelt Arboform in seinen Eigenschaften eher Holz: Der Biokunststoff ist biologisch vollständig abbaubar und lässt sich wie Holz im Krematorium verbrennen, zeigten Anfang 2009 Versuche eines spanischen Bestattungsunternehmens.

Gefahren für die Umwelt durch eine Feuerbestattung

Neben betriebswirtschaftlichen Zahlen, die es nun auch einmal beim Betreiben eines Krematoriums gibt, sind aber auch andere Faktoren zu beachten, denn bei Einäscherungen ist grundsätzlich ein toxisches (giftiges) Problem zu lösen. Häufig besitzen Verstorbene Implantate aus verschiedensten Materialien bis hin zu Kunststoff oder haben hochwirksame Medikamente eingenommen, von denen Spuren im Körper verbleiben.

Aus diesem Grund können beim Einäschern in der Hauptbrennkammer (Temperatur zwischen 900 und 1200° Celsius) Gase frei treten, die wegen ihrer Schädlichkeit nach strengen Regularien behandelt werden müssen. Während die Asche des Verstorbenen nach dem ersten Verbrennen entnommen und in die vorgesehene Urne gefüllt wird, müssen die restlichen Gase in der Nachbrennkammer bei einer Temperatur nicht unter 850 Grad nochmals gesondert verbrannt werden.

Geschieht in der Kette ein Fehler, gibt es bei modernen Öfen eine Notschaltung, die unter Umständen alle belasteten Gase nach dem Einäschern direkt in die Luft abgeben, um weiteren Schaden an der Anlage zu verhindern. Automatisch werden somit belastete Stoffe an die Umgebung freigegeben.

In den Bundesländern erfolgen in der Regel zweimal jährlich Überprüfungen der Krematorien statt. Diese erfolgen leider meist nur nach Aktenlage. Stichproben vor Ort gibt es nur “anlassbezogen”. Das bedeutet, Kontrollen wurden und werden in der Regel erst dann durchgeführt, wenn schon etwas passiert ist. Der Gesetzgeber kann bei Zuwiderhandlungen und den daraus resultierenden Grenzwert-Überschreitungen, dem jeweiligen Krematorium ein Bußgeld von 25.000 €uro auferlegen.

Buch-Tipp: Aus die Maus. Ungewöhnliche Todesanzeigen

Unser heutiger Buch-Tipp:

Christian Sprang und Matthias Nöllke:

“Aus die Maus. Ungewöhnliche Todesanzeigen

224 Seiten, 7,95 €uro, KiWi

Wenn sich eine Familie mit dem Tod eines Liebsten “einverstanden” erklärt, sind Christian Sprang und Matthias Nöllke auf den Plan gerufen. In ihrem Taschenbuch- Bestseller “Aus die Maus” sammeln die beiden kuriose Todesanzeigen – mit Erfolg: Platz acht der aktuellen Taschenbuch-Bestsellerliste.

“Ich lebe noch!!”, ist sicherlich einer der kuriosesten Texte in einem an kuriosen Texten reichen Buch. Erika R. aus dem badischen Rastatt hat ihn verfasst – in Form einer Todesanzeige. Christian Sprang, Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und der Journalist und Buchautor Matthias Nöllke haben diese gefunden und nebst 290 ihrer liebsten ungewöhnlichen Todesanzeigen gebündelt. Die daraus entstandene Sammlung “Aus die Maus” ist jetzt auf Platz acht der Taschenbuch-Bestseller gestiegen. Die beiden Autoren kennen sich seit gemeinsamen Studientagen in Marburg. Sprang wurde der Freund mit dem Todesanzeigentick: Gegen Ende des Studiums stieß er in einer Zeitung auf eine Anzeige, in der jemand “unverhofft” statt “unerwartet” das Zeitliche gesegnet hatte. Die in der WG-Küche deponierte Todesanzeige animierte die Mitbewohner dazu, ebenfalls kuriose Texte zu Verstorbenen zu suchen: Der Grundstein für die ungewöhnliche Sammlung war gelegt.

“Spaß an Sprache” gibt der Jurist und promovierte Musikwissenschaftler Sprang als Grund für den Aufbau seiner viele Hundert Todesanzeigen umfassenden Sammlung an. Offenbar handelt es sich dabei um eine Sprache, die Emotionen weckt: “Ich muss ganz oft weinen, wenn ich Todesanzeigen lese. Manche Texte können mich wiederum heftig zum Lachen bringen”, sagt Sprang.

In dem Buch gibt es zwar auch reichlich Material für nah am Wasser Gebaute, es überwiegen jedoch die Inserate zum Schmunzeln oder gar zum lauten Auflachen.

Da ist zum Beispiel der verstorbene Ingenieur Heinz W., der sein letztes Projekt im Krematorium zur Anzeige bringt, Edith S., die den lieben Gott zu sich genommen hat, oder Rita, zu deren Ableben ein gewisser Heini in der Todesanzeige behauptet, der Tod sei barmherziger als die Unbarmherzigkeit der Verstorbenen.

Und dann lesen wir noch eine Anzeige zum Tode von Waly H. aus Zürich: Kees, Urs, Lisa, Dario, Tim und Lukas fiel dazu nur “Einverstanden” ein.

Aufgaben einer Friedhofsverwaltung

Die nächsten Angehörigen sprechen mit der Friedhofsverwaltung einen Bestattungstermin ab. Die meisten Kommunen haben ihre eigene Friedhofsverordnung, die für die Durchführung von Beisetzungen auf den Friedhöfen verantwortlich ist. Weiterhin regelt diese Verordnung die Art des Grabes, Größe eines Grabsteins, wie auch die Kosten der Grabstätte. Außerdem verwalten die Friedhofsverwaltungen:

  • die Grabnutzungsrechte
  • Erlass von Gebührenbescheiden
  • Verlängerung von Grabrechten
  • Unterhaltung der Friedhofsgebäude und öffentlichen Wege auf Friedhöfen
  • Steuerung von jährlichen Grabmalprüfungen
  • Umbettungsanfragen bearbeiten

Bei der Friedhofsverwaltung können Sie auch Benutzung der Trauerhalle sowie des Krematoriums beantragen.

Buch-Tipp: Bei uns in Auschwitz

Unser heutiger Buch-Tipp:

Tadeusz Borowski, “Bei uns in Auschwitz”, Erzählungen, aus dem Polnischen übersetzt von Friedrich Griese, Schöffling Verlag

Erzählungen von Tadeusz Borowski

“Vom Fenster aus wirkt die Landschaft harmlos, das Kremo ist nicht zu sehen. Die Leute sind in Auschwitz verliebt, stolz sagen sie: ‘Bei uns in Auschwitz…’” Das Kremo ist im Lager-Jargon das Krematorium, so wie die Millionäre die Häftlinge mit einer hohen Nummer bedeuten, die erst kurz im Lager sind. Es sind Ausdrücke wie diese, die einem beim Lesen der Erzählungen von Tadeusz Borowski den Atem stocken lassen. Oder die folgende Beschreibung eines Fußballspiels:

Ich ging mit dem Ball zurück und gab ihn zur Ecke. Zwischen zwei Eckbällen hatte man hinter meinem Rücken dreitausend Menschen vergast.

Mitleidlosigkeit und Überlebenskampf
Die kalte Gleichgültigkeit der Todesmaschinerie wird hier nicht einfach beschrieben, sondern sie ist in jedem Satz präsent. Vor allem im zynischen Lachen über die, denen es schlechter geht und die zu Tode kommen. Beim Anblick eines alten Mannes, der sich bemüht, mit den anderen Schritt zu halten, konstatiert der Erzähler:

Man schmunzelt belustigt beim Anblick eines Menschen, der es auf dem Weg zur Gaskammer so eilig hat.

Hier gibt es keinen Schlupfwinkel für Einfühlung, nie wird eine Heldenperspektive aufgebaut, denn dem Ich, das hier erzählt, geht es ums nackte Überleben.

Täter und Opfer – diese Unterscheidung verschwimmt in Borowskis Erzählungen. Gerade das ist das schmerzhaft Irritierende daran.

Aufgaben und Service eines Bestatters

Wenn plötzlich ein Todesfall eintritt, sehen sich die Hinterbliebenen zu ihrem Schmerz, auch noch mit vielen Aufgaben und Entscheidungen konfrontiert. Sie müssen sich nun um eine Beisetzung und viele andere Details kümmern. Schön ist es natürlich, wenn der Verstorbene schon im Voraus viele Details selbst festgelegt hat, wie die Entscheidung, ob eine Erd- oder eine Feuerbestattung stattfinden soll. Leider ist dies aber in den meisten Fällen nicht der Fall. Rat + Hilfe in Fragen der Bestattung, können die Hinterbliebenen bei den Bestattungsunternehmen bekommen.

Zu den Aufgaben & dem Service eines Bestatters gehören:

  • Beratung der Hinterbliebenen,
  • würdige Ausgestaltung sowie vorschriftsmäßige Durchführung der Bestattung,
  • Regelung der bei Todesfällen anfallenden behördlichen + kirchlichen Formalitäten,
  • Terminierung für Trauerfeierlichkeiten,
  • Formalitätenklärung mit der Friedhofsverwaltung,
  • Gestaltung, Vermittlung + Lieferung von Traueranzeigen,
  • Beratung in Fragen zur Wahl von Sarg bzw. Urne,
  • Träger bei Überführungen/ Beisetzung,
  • Ankleiden/ Einbetten,
  • Waschen,
  • Aufbahren des Verstorbenen
  • Überführung zum Krematorium,
  • Abholung vom Sterbeort und Überführung zum Friedhof,
  • Organisation von musikalische Darbietungen,

Um alle Details und Wünsche für die spätere Bestattung schon vorab festzulegen, besteht die Möglichkeit eines sogenannten Vorsorgevertrages. Mit dessen Hilfe kann den Hinterbliebenen die nicht immer einfache Entscheidung über die Bestattungsart abgenommen werden. Vorsorgeverträge können durch eine Sterbegeldversicherung oder treuhänderische Anlage von Vorsorgegeldern abgesichert werden. Ihr Bestatter berät Sie gerne in diesen Fragen.

Hinduismus

Die Bestattungsform des Hinduismus steht für eine Reihe unterschiedlicher religiöser Vorstellungen + Rituale. Der Leichnam wird gewaschen und anschließend ein Totengebet gesprochen. An sich werden die Verstorbenen öffentlich verbrannt, was aber nach unserem gängigen Bestattungsrecht nicht erlaubt ist. Hindus werden daher stets in Krematorien kremiert. Es kommt häufiger vor, das Hindus nach Indien überführt werden, um sich traditionsgerecht bestatten zu lassen.

Die in Deutschland leben Hinduisten, wählen zumeist die gängige Feuerbestattung. Diese verkörpert die Läuterung der Seele, die sich vom vergänglichen Leib und seinen irdischen Zwängen befreit.