Archiv für Februar 2012
Urnen lagen seit Monaten im Paketdepot
Und wieder ein Fall eines skrupellosen Bestattungs-Betruges:
Ein Mann bekam Post von der Polizei – in dem Schreiben teilte man ihm mit, das er wohl auf einen Bestattungsbetrüger hereingefallen ist, denn die Urne mit der Totenasche seiner vor über 10 Monaten verstorbenen Mutter, wurde in einem DHL-Depot gefunden. Die Urne irrte seit mehreren Monaten auf dem Postweg durch Deutschland, bevor es in das DHL-Depot für „unzustellbare Sendungen“ nach Wuppertal verschickt wurde.
Dort wurden nun mehrere Pakete mit Urnen gefunden und DHL schaltete die Polizei ein.
Hintergrund: Der Mann hatte im Internet der Firma „Antares“ den Auftrag zu Einäscherung und Bestattung am Wohnort seiner Mutter erteilt und auch bezahlt. Die Firma hatte mit günstigen Bestattungspreisen geworben. Das der Inhaber aber zwischenzeitlich wegen anderer Vergehen in Haft genommen und die Bestattungsfirma aufgelöst wurde, konnte der Hinterbliebene nicht ahnen.
Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, das noch mehrere dutzend weiterer Urnen mit der Adresse des Betrügers irgendwo in Deutschland lagern.
Buch-Tipp: Bestattungsratgeber – Den letzten Weg gestalten
Bestattungsratgeber: Den letzten Weg gestalten
Ein Begleitbuch das Trauernde, Tipps und Informationen zu Bestattungsformen, Ritualen, Grabstätten aber auch zu Formalitäten und Kosten vermittelt. (158 Seiten) 19,95 €
Alice Selinger
Hayit Verlag
ISBN: 978-3-87322-138-3
Kurzbeschreibung:
Übersichtlich werden alle Aufgaben und Pflichten, denen Angehörige bei einem Trauerfall nachkommen müssen, beschrieben. Checklisten helfen bei der Abwicklung der wichtigsten Formalitäten und Behördengänge.
Zudem vermittelt die Autorin auch ein konkretes Bild vom Ablauf einer traditionellen Bestattung mit allen Ritualen und gibt einen Einblick in die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen vom Totenschein bis zum Friedhofsrecht.
Der Bestattungsratgeber ist ein Helfer im Todesfall, aber auch ein praktisches Nachschlagewerk für jeden Menschen, der sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen möchte.
Rekonstruktion – Thanatologie
Rekonstruktion – Wiederherstellendes „modern embalming“
Nach schweren Unfällen, Gewaltverbrechen oder auch nach Obduktionen ist eine Abschiednahme am offenen Sarg häufig nicht ohne zusätzliche Versorgung möglich. Durch die Verfahren des Embalmings und eine schonende Rekonstruktion ist es auch in diesen Fällen nahezu immer möglich den Hinterbliebenen die Gelegenheit die Möglichkeit der offenen Aufbahrung zu geben. Insbesondere nach plötzlichen Todesfällen oder bei sehr jung Verstorbenen ist es wichtig, die Endgültigkeit begreifbar zu machen.
Überführungen
Bei längeren Überführungen zum Beispiel ins Ausland ist die erweiterte Versorgung („modern embalming“) des Verstorbenen häufig gesetzlich vorgeschrieben. Hier gilt es die Hinterbliebenen in der Durchführung und Organisation von entsprechenden Überführungen zu unterstützen. Durch die thanatologischen Maßnahmen können eine eventuell benötigte Fristverlängerung bis zum Abschied beziehungsweise bis zur Beisetzung ermöglicht werden.
Prominente Trauerfälle: Whitney Houston
Whitney Elizabeth Houston
Geboren: 09. August 1963
Gestorben: 11. Februar 2012
Der US-amerikanische Pop- und Soulsängerin, Whitney Houston, ist tot. Sie starb am 11. Februar 2012, im Alter von 48 Jahren in Beverly Hills.
Die erfolgreiche Pop-Diva und Schauspielerin Houston, stammt aus einer musikalischen Familie. Die Mutter, Cissy war 1969 als Sängerin bei den Sweet Inspirations, der Begleitgruppe von Elvis Presley, sowie u. a. bei Jimi Hendrix engagiert. Houstons Cousinen sind die Sängerinnen Dee Dee Warwick und Dionne Warwick, ihre Patentante ist die Sängerin Aretha Franklin, bei der sie auch als Backgroundsängerin auftrat.
Die im Bundesstaat New Jersey geborene Whitney Houston starb nur einen Tag vor der Verleihung des wichtigsten Musik-Preises- der Grammy-Verleihung. Die R&B-Sängerin und Schauspielerin Whitney Houston starb einen mysteriösen Tod, dessen Umstände gerade geklärt werden. Im Jahr 2000 noch, nahm die Sängerin selbst den Grammy in der Kategorie Rhythm and Blues entgegen.
Am Samstag wurde Whitney Houston tot in einem Hotelzimmer in Beverly Hills aufgefunden. Über die Umstände des Todes ist noch wenig bekannt. Ein Gewaltverbrechen scheint aber unwahrscheinlich. Wer das Geschehen um die Soul-Diva Houston die letzten Jahre verfolgt hat, wird eher an Selbstmord glauben.
Witney Houstons Alben und Singles verkauften sich mehr als 170 Millionen Mal weltweit. Anfang der 1990er Jahre arbeitete Houston auch erfolgreich als Schauspielerin: Ihre drei Kinofilme spielten zusammen mehrere hundert Millionen US-Dollar ein. Mit 411 Auszeichnungen für ihr Schaffen im Musik- und Filmbereich ist Whitney Houston laut Guinness Buch der Rekorde die am häufigsten ausgezeichnete weibliche Künstlerin aller Zeiten.
Whitney Houstons hatte eine unverwechselbare Stimme. Ihr Stimmvolumen umfasste 3 Oktaven. Die Sängerin galt als die bedeutendste zeitgenössische Interpretin moderner Pop-Soulmusik. Sie galt als stilprägend für die Generation nachfolgender Sänger und vor allem Sängerinnen. Viele Künstlerinnen, z. B. Mariah Carey, Christina Aguilera, Jennifer Hudson und Mary J. Blige, geben an, von ihr maßgeblich beeinflusst worden zu sein.
Ihr Leinwanddebüt gab Houston 1992 an der Seite von Kevin Costner mit dem Film Bodyguard. Zum dazugehörigen Soundtrack steuerte sie sechs Songs bei. Das Album The Bodyguard ist mit über 17 Millionen verkauften Einheiten der mit Abstand erfolgreichste Soundtrack in den USA. 1995 folgte ein weiterer Film, Waiting to Exhale, zu dem sie mit unter anderem Mary J. Blige und Toni Braxton den Soundtrack aufnahm. 1996 erschien Houstons dritter Film Rendezvous mit einem Engel, zu dem sie den kompletten Soundtrack The Preacher’s Wife beisteuerte. Die erste Singleauskopplung Step By Step schaffte es weltweit in die Top Ten der Charts. Die Platte gilt heute als das erfolgreichste Gospel-Album aller Zeiten.
Whitney Houston setzte sich seit Beginn ihrer Karriere immer wieder für wohltätige Zwecke ein. 1989 gründete sie The Whitney Houston Foundation for Children.
Im Jahre 1992 heiratete Whitney Houston den Sänger Bobby Brown, 1993 kam die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina zur Welt. Houston litt unter einem Abhängigkeitssyndrom. Die Pop-Sängerin begab sich darum schon mehrmals auf Entziehungskuren. 2006 reichte Whitney Houston den Scheidungsantrag bei Gericht ein. Die Ehe wurde im April 2007 rechtskräftig geschieden. Whitney Houston verfügte über das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter.
Im Mai 2011 gab Houston Sprecherin bekannt, dass sich Houston wegen ihrer Alkohol- und Drogensucht erneut in eine Entzugsklinik begeben habe.
Whitney Houston wurde für ihr sängerisches- und schauspielerisches Engagement u.a. mit 6 Grammys (1986, 1988, 3x 1994 in verschiedenen Kategorien und 2000) sowie dem BET Lifetime Achievement Award (2001) geehrt.
Wo eine Trauerfeier/ Beerdigung für Whitney Houston stattfindet, ist noch nicht bekannt.
Nachtrag: Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung, soll auf Wunsch der Familie, am Samstag, 18.02.2012 im engeren Familien- und Freundeskreis in ihrem Heimatort Newark im US-Staat New Jersey stattfinden.
Frostprobleme auf deutschen Friedhöfen
Der Dauerfrost der letzten Tage macht vielen Menschenschwer zu schaffen. Autofahrer klagen über leere Autobatterien, zugefrorenen Dieselleitungen und leider sterben auch wieder mehr obdachlose Menschen, die bei eisigen Temperaturen erfrieren. Bei teils immer noch zweistelligen Minusgraden kämpft Deutschland gegen die Folgen des Bibber-Winters. Der Boden ist mittlerweile so hart gefroren, dass Friedhofsangestellte neue Gräber mit dem Motorhammer ausheben müssen!
Auf dem Friedhof der „Luisenkirchengemeinde“ in Berlin-Charlottenburg etwa hebt ein Arbeiter ein Urnengrab aus und rückt dem gefrorenen Boden mit schwerem Gerät zu Leibe: „Durch den Frost dauert es zwei Stunden länger.“ (bild.de)
Was ist Thanatologie / Thanatopraxie?
Unter Thanatologie versteht man die fachgerechte Anwendung und Durchführung von Maßnahmen am verstorbenen Körper um diesen zeitweise haltbar zu machen oder rekonstruktive Maßnahmen überhaupt erst durchführen zu können.
Die thanatologische Versorgung des Verstorbenen wird auch als „modern embalming“ bezeichnet.
Ihren geschichtlichen Ursprung hat das „modern embalming“ im alten Ägypten. In der Antike waren die Maßnahmen recht einfach und sind mit den heutigen Procedere nicht mehr vergleichbar. Die Verstorbenenversorgung im Rahmen des „modern embalming“ besteht aus einer inneren und äußere Anwendung von Substanzen, die eine hygienische und schonende am offenen Sarg (Aufbahrung) sicherstellt. Die Versorgung mit Hilfe des „modern embalming“ gewährleistet in nahezu jedem Fall einen Abschied in Würde. Durch die Versorgung gewährleistet man die Aufbahrung ohne zusätzliche Kühlung (z.B. Hausaufbahrung) auch über längere Zeit. Nach unserer Überzeugung ist das aktive Abschiednehmen (z.B. am offenen Sarg) ein bedeutsamer Schritt der Trauerarbeit.
Oft hört man den Ratschlag, als Angehöriger auf die offene Abschiednahme zu verzichten und lieber den Verstorbenen so in Erinnerung zu behalten, wie er im Leben war. Dies ist nach psychologischen Untersuchungen nicht nur falsch, sondern kann darüber hinaus sogar zu unüberwindbaren Trauerbarrieren führen. Nachweislich verhält es sich so, dass sich durch ein letztes Verabschieden am offenen Sarg die Trauerzeit wesentlich verkürzt.



