Archiv für August 2010
Digitales Zeitalter macht auch vor dem Tod nicht halt
Bisher sah man höchstens ein Bild des Verstorbenen – eingelassen in einem Grabstein.
Nun bietet eine holländische Firma einen LCD-Bildschirm an, der in eine kleine Aussparung im Grabstein eingelassen wird. Dieser kleine Computer mit LCD-Schirm, wird über Solar oder Batterie mit ausreichend Energie versorgt. Bis zu 3 x täglich kann man mit Hilfe eines kodierten Schalters in Verbindung mit einem Infrarotsystem den Computer starten und der Besucher des Grabes wird für 1 bis 3 Minuten informiert. Im Dunkeln und unter null Grad Außentemperatur funktioniert das Gerät leider nicht. Der Bildschirm wird durch eine Halterung aus Edelstahl und durch Verbundglas vor Vandalismus und äußeren Witterungseinflüssen geschützt. Leider ist diese Idee nicht ganz billig: Die Kosten für eine digitale Grabplatte belaufen sich auf 2500 – 5000 Euro.
Diese digitale Grabplatte ermöglicht es den Hinterbliebenen mehr über ihre geliebten Verstorbenen in Erinnerung zu halten. Mit Hilfe eines Computerprogramms, könnten so z. B. persönliche Bilder oder Filmsequenzen zu Erlebnissen, Beruf, Lebensverhältnisse des Verstorbenen informativ dargestellt werden.
Japaner verstaute Leiche seiner Mutter im Rucksack
Japanische Beamte haben bei ihrer Suche nach vermissten Hundertjährigen erneut einen grausigen Fund gemacht. In Tokio fanden sie die Leiche einer angeblich 104 Jahre alten Frau, die im Rucksack ihres Sohnes steckte. Als Grund gab er an, er habe aber kein Geld für die Beerdigung gehabt.
Bei der Vernehmung erklärte der Sohn: „Sie starb im Haus“, „später wusch ich sie in der Badewanne und brach ihre Knochen, um sie in den Rucksack zu stecken.“
Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Beschädigung einer Leiche und Pensionsbetrugs ein. In Japan wird derzeit nach mehr als 200 Verschwundenen gesucht, die über hundert Jahre alt sind. Auslöser war der Fund des Skeletts eines vor Jahrzehnten Verstorbenen in Tokio, dem Behördenvertreter zum 111. Geburtstag gratulieren wollten. In Japan sind mehr als 40.000 Menschen gemeldet, die älter als hundert Jahre sind. (Quelle: Die Presse, 21.08.2010)
Aquamation – ökologische Bestattungsform aus Australien
Aquamation
Eine neue Bestattungsform kommt aus Australien.
Der Gedanke: Wie verabschiedet man sich auf ökologisch verträgliche Weise?
Die Lösung: Mit Aquamation, der Verbrennung mit Wasser.
Bei der Aquamation, wird der Leichnam in einen sauberen und rostfreien Behälter aus Stahl gelegt. In einem mehrstündigen Prozess, werden aus einer Kombination von Wasser-Strömung, einer Temperatur von 93°C und Kalium, das Fleisch und die Organe zersetzt. Diesen Prozess nennt man auch alkalische Hydrolose. Am Ende des Prozesses wurde der Körper seiner natürlichen Form zurückgeführt – im Wasser gelöst. Denken Sie daran – unsere Körper besteht aus 70% Wasser!
Die Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Bestattung liegen im,
- Verbrauch der benötigten Energie (10% gegenüber einer herkömmlichen Kremierung)
- Kaum schädliche Emissionen
- anders als bei einer Beerdigung, entsteht kein Methangas und es gelangen keine giftigen Flüssigkeiten ins Erdreich
- Titanium Hüftprothesen können rein theoretisch der Wiederverwertung zugeführt werden
Aquamation ist eine weitere ökologisch-natürliche, ethisch und umweltfreundliche Alternative zu einer Feuer- oder herkömmlichen Bestattung.
Prominente Trauerfälle: Christoph Schlingensief
Christoph Schlingensief
Geboren: 24. Oktober 1960
Gestorben: 21. August 2010
Der Theater- und Opernregisseur, Christoph Schlingensief, ist tot. Er starb am 21. August 2010, im Alter von 49 Jahren in Berlin.
Schlingensief wurde am 24. Oktober 1960 in Oberhausen geboren. Der Vater war Apotheker und die Mutter Kinderkrankenschwester. Nach dem Abitur studierte Schlingensief Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte und begann seine Karriere als Filmregisseur.
In der Zeit von 1986 bis 1992 produzierte Schlingensief Spielfime wie, 100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker (1989), Das deutsche Kettensägenmassaker (1990) und Terror 2000 (1992)).
Seine Karriere als Theaterregisseur begann Schlingensief 1993 mit dem Stück 100 Jahre CDU – Spiel ohne Grenzen an der Volksbühne Berlin. Seit 2004 folgten Operninszenierungen in Bayreuth und Manaus.
Von 2004 bis 2007 gab er sein spektakuläres Debüt als Opernregisseur bei den Bayreuther Festspielen mit Richard Wagners „Parsifal”. Es folgten „Der fliegende Holländer“ (2007), „Mea Culpa“ (2009) und „Metanaoia“ (2010).
Es gab aber auch Schattenseiten des Künstlers. 1997 wurde er bei seiner Kunstaktion Mein Filz, mein Fett, mein Hase auf der documenta X in Kassel von der Polizei festgenommen, da er ein Schild mit der Aufschrift „Tötet Helmut Kohl“ verwendete.
Anfang 2008 bekam Christoph Schlingensief die Diagnose Lungenkrebs. Daraufhin wurde dem Regisseur der linke Lungenflügel entfernt. Aber noch im selben Jahr wurden in der verbliebenen rechten Lunge neu entstandene Metastasen diagnostiziert.
Seine Verzweiflung, seine Wut, die Todesangst, aber auch seine Hoffnung hatte er seit der Schockdiagnose in ein Diktiergerät gesprochen – die Aufzeichnungen fasste er in einem Buch zusammen – „So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein“.
Am 1. August 2009 heiratete Christoph Schlingensief seine langjährige Lebensgefährtin, die Kostümbildnerin Aino Laberenz.
Christoph Schlingensief erhielt viele Auszeichnungen für seine Arbeit als Regisseur und Autor, wie z.B. den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1986), Förderpreis zum Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr (1988), Hörspielpreis der Kriegsblinden (2003), Filmpreis der Stadt Hof (2005), Berliner Bär (BZ-Kulturpreis) (2009), Nestroy-Theaterpreis-Nominierung für die Beste Regie von Mea Culpa. Eine ReadyMadeOpr (2009) und den Helmut-Käutner-Preis (2009).
Platzmangel: New York muss Urnen übereinander stapeln
Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, gibt es in New York City kaum noch freie Grabstätten. Die Preise für die letzte Ruhestätte schießen nach oben wie jene für Vorstadthäuser auf dem Höhepunkt der Immobilienblase. Ein Friedhof geht sogar dazu über, Urnen übereinander zu türmen.
Ein Kasten, so groß wie ein Bahnhofsschließfach: Einen halben Meter hoch, einen halben Meter breit, einen halben Meter tief. Mehr Platz war nicht für die letzte Ruhestätte von Olivia Mac Donald. Die Urne der 1997 verstorbenen New Yorkerin passt gerade so in das Fach, auf der Marmorplatte, die es verschließt, war kaum ausreichend Raum, um ihren Namen, ihr Geburts- und ihr Todesjahr einzugravieren. Olivia Mac Donalds Grab ist ein Parzelle in einem Betonquader am äußersten Rand des Trinity Cemetery im New Yorker Stadtviertel Washington Heights. Gut zehn Meter hoch ist das Gebilde und fünf Meter breit und es beherbergt Hunderte schlichter Fächer. Daneben steht noch mehr solcher Quader. Das Ensemble ist eine Art Hochhaus-Siedlung für Tote.
Der Preis für die letzte Ruhestätte liegt hier zwischen 6.000 und 9.000 Dollar. Nur mithilfe der Stapeltechnik gelingt es dem Friedhof trotzdem, weiter Beerdigungen anzubieten. Doch er ist der letzte in Manhattan. Und auch in den anderen New Yorker Stadtteilen wird der Platz immer knapper. Dem größten jüdischen Friedhof in Brooklyn ist im Winter das Land für neue Gräber ausgegangen, nachdem bereits alle Wirtschafts- und Gehwege umgegraben wurden. Der größte katholische Friedhof der Stadt in Queens steht kurz davor, keine neuen Bewerbungen mehr anzunehmen.
Grundstücke sind das knappste und teuerste Gut in New York und die Toten sind davon genauso betroffen wie die Lebenden. Seit 50 Jahren wurde in New York kein neuer Friedhof gebaut. Doch jedes Jahr sterben 60.000 New Yorker. An manchen Orten hat die Knappheit bereits zu einem erbitterten Wettbewerb um die Plätze geführt. Die Preise für Gräber steigen immer schneller und ein Grab für 12.000 Dollar gilt bereits als Schnäppchen.
Und die Gräber selbst werden – wie die Wohnungen in New York – immer kleiner. Auf dem Washington Cemetery in Brooklyn ist die Grabgröße auf zwei Meter Tiefe mal zwei Meter Länge und 76 Zentimeter Breite beschränkt worden. Den meisten New Yorkern wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich anderswo bestatten zu lassen, als in der Stadt, in der sie ihr Leben zugebracht haben.
Neuvorstellung: Tierurnen
Urne Direkt, Ihr Bestattungs- und Trauerwarenhandel, erweitert ab sofort seine Urnen – Produktpalette um die der Tierurnen.
Für uns besteht kein Zweifel – Ihr geliebtes Haustier war ein liebenswerter und treuer Begleiter und ebenso ein Teil Ihrer Familie. Daher macht es Sinn, dass Sie für einen besonderen Freund die letzte Ruhestätte in Form einer wunderschön gearbeiteten Tierurne aussuchen.
Mit unseren wunderschönen Tierurnen können Sie Ihren verstorbenen Lieblingen ein einmaliges Denkmal zur Verfügung stellen. Des weiteren können Ihnen die Tierurnen helfen, mit der schwierigen Situation abzuschließen und geben Ihnen ein wenig zurück, was Ihr treuer Begleiter an Sie gab.
Nach dem Verlust eines geliebten Tieres fragen sich viele, ob andere die Trauer verstehen können? Unser Team versteht Sie und versucht Ihnen durch Beratung, Unterstützung, Zeit und Mitgefühl die emotionale Zeit ein wenig leichter zu machen.
Für den Fall das Sie sich fragen, welches Urnen – Volumen Sie für die Bestattungsasche Ihres geliebten Haustieres benötigen, haben wir Ihnen eine Größen- und Gewichtstabelle zur Verfügung gestellt.
Unser Tierurnen Sortiment hält für Sie Größen von 0,5 ltr. – 4,5 ltr. bereit.
In unserem 24h Urnenshop finden Sie u.a.:
- freiverkäufliche Urnen (z.B. Holzurnen, Friedwald Urnen, Biournen, Seeurnen, Kupferurnen, Bestattungsurnen, Keramikurnen, Designerurnen, Kinderurnen)
- Grabkerzen/ Trauerkerzen/ Grablichter
- Grablaternen
- Grabschmuck/ Gedenksteine
- Grabvasen
- Tierurne
- Tierurne
- Tierurne
Digitale Spurensuche über den Tod hinaus
Menschen sind sterblich – ihre Daten sind es nicht
Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, was mit Ihren Daten und Unterlagen nach dem Tod passiert? Im Falle der schriftlichen Unterlagen ist es nicht ganz so schwierig. Die meisten von uns haben einen Ordner in dem die Hinterbliebenen alle wichtigen Unterlagen finden. Schwieriger sieht es im Zeitalter von Computer und iPhone schon mit den digitalen Unterlagen aus. Viele haben persönliche und vertrauliche Daten auf ihren Festplatten abgespeichert, die in falsche Hände gekommen, bis zum Identitätsdiebstahl führen können.
Damit ein solcher Fall nicht eintreten kann, bietet die Firma Semno eine Aufbereitung dieser hoch sensiblen Daten an. Die Firmengründerin, Birgit Aurelia Janetzky ist Diplom-Theologin, Trauerbegleiterin und betreut seit 12 Jahren Trauernde und Hinterbliebene. Dadurch kennt sie auch ihre praktischen Sorgen um den Nachlass. Bestattungsunternehmen nehmen ihnen viele Erledigungen ab, aber mit dem digitalen Nachlass beschäftigen sie sich bisher nicht. Die Mitarbeiter des im Freiburg im Breisgau ansässigen Unternehmens, sind erfahren was den Umgang mit Trauernden und Hinterbliebenen betrifft und nehmen den Datenschutz sehr ernst.
Im ersten Arbeitsschritt analysieren die Experten die Hardware eines Computers und erstellen ein Gutachten über gefundene persönliche Dateien, Bilder und Internet-Konten. Anhand des Gutachtens und Ihren persönlichen Wünschen, werden Daten entweder bewahrt oder gelöscht. Im nächsten Arbeitsschritt klärt Semno die Verpflichtungen, es werden Webseiten, Benutzerprofile und E-Mail-Konten übertragen oder gekündigt, oder die Kündigung von Verträgen veranlasst.
Welchen Nutzen haben Sie als Verbraucher davon?
* wichtige Daten und Dokumente werden erhalten und auf Wunsch archiviert
* eventuelle Guthaben, Verträge, Abo´s sowie Verbindlichkeiten werden ermittelt
* elektronische Post/ E-Mail des Verstorbenen werden abgeholt
* bestehende Kontakte des Verstorbenen können informiert werden
* ein möglicher Missbrauch von Konten, Passwörtern und Profilen kann verhindert werden
* der Computer kann nach Reinigung und Löschung der privaten Dateien verkauft oder an ein soziales Projekt gespendet werden
Urnenfund im Zürichsee wird wohl nie geklärt
Wie die zuständige Staatsanwaltschaft am 03.August 2010 mitteilte, wurden die Untersuchungen im Fall der 67 gefundenen Urnen aus dem Zürichsee, in der letzten Woche eingestellt.
Wie wir schon am 19.April 2010 und am 08.Juli 2010, ging es bei den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen um die widerrechtliche Entsorgung von insgesamt 67 Urnen. Hauptverdächtiger in diesem Fall war der Generalsekretär der Sterbehilfeorganisation Dignitas, Ludwig A. Minelli. Das Verfahren gegen Minelli wurde nun mangels Beweisen eingestellt.
Da die Identität der Verstorbenen nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, wurden die geborgenen Urnen am 07.Juni 2010 in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt.




