Archiv für November 2009
Buch-Tipp: Warum hast du uns das angetan?
Warum hast du uns das angetan?
Ein Begleitbuch für Trauernde, wenn sich jemand das Leben genommen hat (Broschiert 160 Seiten) 14,95 €
Chris Paul
Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 6 (12. Juni 2006)
ISBN-10: 3579068121
ISBN-13: 978-3579068121
Kurzbeschreibung:
Ohnmacht. Trauer. Hoffnung.
Schwierigkeiten und Chancen des Trauerns nach einem Suizid – Hilfestellungen für den Weg in ein »Leben danach« – Ein Ratgeber für Hinterbliebene von Suizid-Opfern
Warum hast du uns das angetan? Dieses Buch von Chris Paul über Trauer nach Suizid erscheint jetzt in einer aktualisierten und erweiterten Neuauflage. Neue Kapitel über Trauer bei Kindern und Jugendlichen, Schuldgefühle und Traumatisierung ergänzen dieses Standardwerk für alle, die durch einen Suizid betroffen sind. Trauernde und Trauerbegleiter finden hier alle nötigen Informationen, einfühlsam und lebensnah aufbereitet. Konkrete Übungen helfen bei der Bewältigung, Abschnitte für Angehörige und Helfer geben Hinweise auf sinnvolle Unterstützungsangebote. »Der unprätentiöse und sachliche, aber nicht nüchterne Ton des Buches ist eine Wohltat. Die sparsamen persönlichen Bemerkungen der Autorin und knappen, aber treffenden Zitate aus Beratungsgesprächen vermitteln Einfühlsamkeit und Kompetenz. Ich bin sicher, dass dieses Buch für jeden Betroffenen Wege zum Weiterleben aufzeigt.« (Psychologische Umschau)
Wettbewerb um das beste Grabmal
Der Grabmal-TED 2009 ist gestartet. Die Verbraucherinitiative Aeternitas e. V. und die Fachzeitschrift Naturstein ermitteln, welche Grabmale sich die Bürger wünschen. Internetnutzer können bis April 2010 unter www.grabmal-ted.de die besten Grabmale wählen. 30 Arbeiten stehen zur Abstimmung, die eine Jury unter 105 eingereichten Grabmalen ausgesucht hat.
Der Grabmal-TED 2009 präsentiert neben Grabmalen aus Stein auch Grabmale aus Holz, Metall, Glas und Materialkombinationen. Auf der Internetseite finden die Besucher Grabmale für eine Reihe verschiedener Grabarten, vom Urneneinzelgrab bis zum Gemeinschaftsgrab. Erfreut zeigen sich die Veranstalter, dass die Grabmalschaffenden mit ihren Arbeiten eine bunte Vielfalt an innovativen Formen und Bearbeitungsvarianten abbilden. Dem Votum der Bürger stellen sich neben Steinmetzbetrieben auch Grabmalproduzenten aus der Industrie und freischaffende Künstler.
Der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber erläutert: „Der Grabmal-TED 2009 stellt Grabmale zur Abstimmung, wie sie alltäglich auf den Friedhöfen versetzt werden können.“ Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass einige der gezeigten Grabmale schon für unter 1.000 Euro erhältlich seien. Mit dem Grabmal-TED wollen Aeternitas und Naturstein das gute Grabmal stärken. Weber bekräftigt: „Das Grabmal ist mehr als ein Stein mit Name und Todesdatum – nämlich ein Ort der Begegnung und des Erinnerns.“
Bereits zum fünften Mal findet der Grabmal-TED statt. Für die aktuelle Wettbewerbsrunde, die am 2. November eingeläutet wurde, haben 39 Betriebe aus ganz Deutschland ihre Arbeiten eingereicht. Die drei Siegergrabmale werden im Mai 2010 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt und ausgezeichnet. Beim letzten Grabmal-TED 2008 besuchten über 10.000 User monatlich http://www.grabmal-ted.de.
Umstrittener Trend: Anonyme Gräber stärker gefragt
Am Totensonntag (22.11.) gehen wieder viele Menschen ihrer verstorbenen Angehörigen oder Freunde gedenken, aber auf vielen Gräbern ist kein Platz zum Ablegen für Blumen oder das Entzünden einer Kerze. Der Grund dafür ist, dass immer häufiger die Verstorbenen anonym und ohne Grabstein bestattet werden. Nach der Kremierung wird die Urne auf einer Rasenfläche des Friedhofs beigesetzt. Dieser umstrittene Trend ist in Norddeutschland und in Ballungsräumen ausgeprägter, als in traditionell religiös geprägten Landstrichen. In Großstädten wie Hamburg oder Berlin, kommt es auf einigen Friedhöfen inzwischen zu 50 % anonymer Bestattungen.
Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Eine nicht unbedeutende Rolle spielt dabei die Vereinsamung der Menschen und die häufig entfernt lebenden Angehörigen, die sich nicht in der Lage fühlen, das Grab zu pflegen. Ein weiterer Grund sind die hohen Beerdigungskosten. Bei Erdbestattungen betragen die Gebühren ca. 3000 €uro bei einer anonymen Bestattung sind es dagegen nur rund 1000 €uro. Weiterhin fallen bei einer anonymen Bestattung keine künftigen Friedhofspflegekosten an. Das dieser Trend steigend ist, belegen die Zahlen: noch vor 5 Jahren waren noch 3 von 10 Bestattungen anonym, heute sind es schon 7.
Laut einem Bericht der Evangelischen Kirche, kommt es bundesweit zu 15 % anonymer Bestattungen und lehnt diese Bestattungsform ab.
Totensonntag 2009
Am Sonntag dem 22.11. ist es wieder soweit.
Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter, begehen wir am Sonntag vor dem 1. Advent traditionell den Totensonntag, der auch Ewigkeitssonntag genannt wird. Der Ewigkeitssonntag oder Totensonntag ist in der evangelischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen und wir erinnern uns an die Endlichkeit unseres eigenen Lebens und spenden uns gegenseitig Trost, wenn die Angst vor dem Sterben über uns kommt.
Die meisten Menschen verbinden diesen Tag mit einem Friedhofsbesuch, um die Ruhestätten ihrer verstorbenen Angehörigen aufzusuchen.
Der Totensonntag entstand im Jahre 1816 aufgrund einer Verordnung durch den König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, der für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten den Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“ erklärte. Im Laufe der folgenden Jahre, übernahmen dann die anderen evangelischen Landeskirchen diese Bestimmung.
Der Totensonntag ist durch die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg besonders geschützt. Sie bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag.
Unser heutiger Buch-Tipp
Unser heutiger Buch-Tipp:
Ute Latendorf
„Am Ende des Weges geht es weiter” Verlag „ewigedition“, 9,80 €uro
Buxtehuderin veröffentlicht Gedichtband mit Fotos
Ein Leben mit dem Tod
Ute Latendorf ist krebskrank. Ihre Gedichte über das Sterben sind jetzt als Buch erschienen.
An Ute Latendorf ist der Tod schon nah herangerückt. So nah, dass sie sich bereits eine Grabstätte auf dem Buxtehuder Friedhof gekauft hat und sogar ihre eigenen Beerdigungskarte entworfen hat. Auch ihre Urne hat sie schon ausgesucht. “Ich lebe zwar gerne weiter”, sagt die 58-Jährige. “Aber sollte der Tod bald kommen, habe ich alles erledigt. Ich möchte mein Leben aufgeräumt haben.”
Die Buxtehuderin ist krebskrank. Die Diagnose Brustkrebs bekam sie im Frühjahr dieses Jahres. Just in der Zeit sagte der Verlag “ewigedition” zu, ihr Buch “Am Ende des Weges geht es weiter” zu veröffentlichen. “Es sollte wohl so sein, dass es zeitlich zusammenfällt”, sagt Latendorf.
Das Buch ist gerade erschienen. Auch darin setzt sich die Lyrikerin mit dem Tod auseinander. Latendorf gehört nicht zu den Menschen, die das Thema weit von sich weisen. Sie redet so selbstverständlich über das Sterben wie andere über ihre abendlichen Ausgehpläne. “Irgendwann trifft es jeden. Nicht an das Sterben zu denken, finde ich nicht richtig”, sagt sie.
In ihren Gedichten hat Latendorf etwa den Tod eines Freundes und ihrer Eltern verarbeitet. “Ein Freund geht fort” hat sie ein Gedicht betitelt. Ein anderes trägt die Überschrift “Mutter, ich habe deine Seele tanzen sehen.” Die Verse in “Späte Erkenntnis” bringen ihre eigene Lebenssituation zum Ausdruck: “Ich brauche so wenig, seitdem ich weiß, wie nahe ich immer, dem Tode bin. Nichts kann ich mitnehmen, wenn meine Stunde kommt, nur die Gewissheit: Ich habe gelebt.”
Und im Frühjahr 2010 gibt der Matthias-Grünewald-Verlag, ein katholischer Fachverlag, den nächsten Band heraus. Die Gedichte darin widmete die Lyrikerin ihren zwei Töchtern, die ausgezogen sind. “Proviant fürs Leben” ist der Untertitel des Buches. “Ich will mich ja nicht ausschließlich mit dem Tod beschäftigen”, sagt Ute Latendorf.
Optischer Schwerpunkt des Werkes sind Aufnahmen vom Ohlsdorfer Friedhof. Die Kamera hat die 58-Jährige immer dabei, wenn sie in den Park geht. Dann erfreut sie sich an der “Kunst in der Natur” und geht auf Entdeckungsreise nach interessanten Motiven.
Es sind Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven, die auch mit ihren Gedichten korrespondieren. Im Ohlsdorfer Friedhof hat die 58-Jährige auch die Angst vor dem Sterben verloren. “Da liegen so viele Menschen und haben ihren Frieden gefunden. Ich werde ihn auch finden.”
Italiens Bischöfe erlauben kirchliche Feier für Feuerbestattung
Nachdem wir schon am 01.11.2009 über den Widerstand von Italiens Bischöfen, gegen die Verstreuung der Asche bzw. des Aufstellens der Urne zu Hause berichtet hatten, gab es nun neue Entscheidungen auf der Vollversammlung in Assisi. Künftig soll auch in Italien für Katholiken die Feuerbestattung möglich sein. Die Bischöfe verabschiedeten am 12.11.2009 ein neues Ritualbuch für Begräbnisfeiern, das in Übereinstimmung mit dem schon länger geltenden Kirchenrecht auch ein Formular für Kremationen enthält.
Aus dem Papier geht hervor, das eine Einäscherung zwar gebilligt werde- sofern es sich nicht um eine bewusste Leugnung des Auferstehungsglaubens handle- aber was den Umgang mit der Totenasche angeht, lehnen die Bischöfe eine private Aufbewahrung von Urnen ab. Weiterhin findet das Verstreuen der Totenasche in der freien Natur auch keinen kirchlichen Segen.
Weitere Einzelheiten sollen am Dienstag, 17.11.2009 bekannt gegeben werden.
Das neue Ritualbuch muss vor der Veröffentlichung noch von vatikanischen Stellen geprüft und gebilligt werden.
Krematorien in Deutschland
Krematorien nach Bundesländern sortiert:
Mecklenburg Vorpommern:
- Greifswald
- Rostock
- Neubrandenburg
- Schwerin
- Fürstenberg/ Havel
Schleswig-Holstein:
- Flensburg
- Kiel
- Lübeck
- Ahrensburg
- Pinneberg
Brandenburg:
- Perleberg
- Eberswalde
- Hennigsdorf
- Brandenburg
- Potsdam
- Frankfurt/ Oder
- Cottbus
- Forst/ Lausitz
Hamburg:
- Hamburg/ Öjendorf
Niedersachsen:
- Cuxhaven
- Wilhelmshaven
- Aurich
- Emden
- Oldenburg
- Stade
- Lüneburg
- Verden
- Lohne- Wietmarschen
- Osnabrück
- Celle
- Braunschweig
- Hannover
- Hameln
- Göttingen
Sachsen- Anhalt:
- Magdeburg
- Schönebeck
- Dessau
- Halle
- Lutherstadt Eisleben
- Flamarium Saalkreis
- Bernburg
- Quedlinburg
Sachsen:
- Meißen
- Leipzig
- Herzberg
- Döbeln
- Chemnitz
- Dresden
- Zittau
- Görlitz
- Zwickau
- Plauen
- Reichenbach
Thüringen:
- Nordhausen
- Sondershausen
- Mühlhausen
- Eisenach
- Gotha
- Suhl
- Schmalkalden
- Erfurt
- Weimar
- Jena
- Saalfeld
- Sonneberg
- Pößneck
- Gera
- Altenburg
- Nohra
Nordrhein- Westfalen:
- Minden
- Bielefeld
- Hamm- Herringen
- Werl
- Dortmund
- Dülmen
- Bochum
- Hagen
- Essen
- Duisburg
- Solingen
- Düsseldorf
- Krefeld
- Willich
- Aachen
- Mechernich
- Köln
- Siegen
- Lüdenscheid
- Wuppertal
Hessen:
- Kassel
- Schwarzenbom
- Diemelstadt
- Wetzlar
- Gießen
- Friedberg
- Obertshausen
- Hanau
- Offenbach
- Frankfurt am Main
- Wiesbaden
- Darmstadt
Rheinland- Pfalz:
- Koblenz
- Braubach- Dachsenhausen
- Hermeskeil
- Mainz
- Pirmasens
- Ludwigshafen
- Landau
Saarland:
- Saarbrücken
- Völklingen
Bayern:
- Aschaffenburg
- Coburg
- Schweinfurt
- Dettelbach
- Beyreuth
- Hof
- Selb
- Nürnberg
- Hohenburg
- Regensburg
- Mainburg
- Vilshofen
- Fürstenzell
- München
- Augsburg
- Kempten
- Lindau
- Rosenheim
- Traunstein
Baden- Württemberg:
- Osterburken
- Mannheim
- Heidelberg
- Sinsheim
- Schwäbisch Hall
- Heilbronn
- Ludwigsburg
- Backnang
- Aalen
- Schwäbisch Gmünd
- Rutesheim
- Pforzheim
- Baden- Baden
- Leinfelden- Echterdingen
- Stuttgart
- Göppingen
- Geislingen/ Steige
- Lahr
- Reutlingen
- Ulm
- Freiburg
- Villingen- Schwenningen
- Lörrach
- Singen
- Tuttlingen
- Albstadt
- Konstanz
Sozialhilfeempfänger muss seinen Bestattungsvorsorgevertrag nicht kündigen
Der Bestattungsvorsorgevertrag eines Sozialhilfeempfängers ist nicht als Vermögen anrechenbar und somit ist eine Aufforderung zur Kündigung des Bestattungsvorsorgevertrages rechtswidrig. Dies entschied das Sozialgericht Karlsruhe in seinem Urteil vom 29.10.2009. (AZ: S 1 SO 4061/08)
Die Verwertung eines Bestattungsvorsorgevertrag stellt für den Hilfesuchenden grundsätzlich eine Härte dar (Anschluss an BSG, FEVS 60, 108). Deshalb ist die wiederholt in ablehnenden Bescheiden des Sozialhilfeträgers enthaltende Aufforderung an den Hilfesuchenden, sich unverzüglich um die Kündigung des Bestattungsvorsorgevertrages zu kümmern, rechtswidrig. Eine dennoch erfolgte Kündigung und der Einsatz des hieraus erzielten Geldbetrages zur Bedarfsdeckung im Wege der Selbsthilfe kann dem Hilfesuchenden deshalb nicht anspruchsvernichtend entgegengehalten werden. Anders wäre dann zu entscheiden, wenn der Abschluss des Bestattungsvorsorgevertrages in der Absicht geschlossen wurde, die Hilfebedürftigkeit erst herbeizuführen. Gegen eine solche Absicht des Hilfesuchenden spricht jedoch der Umstand, dass zum Zeitpunkt der Antragstellung beim Sozialhilfeträger weiteres Vermögen vorhanden war, das bereits für sich die Gewährung von Sozialhilfeleistungen ausschloss. Dies gilt auch dann, wenn der Bestattungsvorsorgevertrag erst kurze Zeit vor Eingang des Leistungsantrages beim Hilfeträger abgeschlossen worden ist.
Das Sozialamt muss Hilfeleistungen trotz bereits erfolgter Kündigung des Bestattungsvorsorgevertrages zahlen.
Das Sozialgericht Karlsruhe hat daher im zugrunde liegenden Fall der Klage einer Hilfeempfängerin stattgegeben und den Sozialhilfeträger verurteilt, der Klägerin Hilfeleistungen trotz zwischenzeitlich erfolgter Bedarfsdeckung durch die Kündigung eines Bestattungsvorsorgevertrages und der Begleichung offener Heimkosten mit dem aufgrund der Kündigung erhaltenen Geldbetrag im Wege der Selbsthilfe für weitere vier Monate zu gewähren. (Quelle: kostenlose-urteile.de)
Prominente Trauerfälle: Robert Enke
Robert Enke
Geboren: 24. August 1977
Gestorben: 10. November 2009
Der Fußball-Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Enke starb nach Angaben seines engen Freundes und Beraters Jörg Neblung, durch Selbsttötung.
Christian Wulff, Niedersachsens Ministerpräsident, sagt über Enke: „Deutschland verliert einen Ausnahmespieler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war.“
Der 32-jährige Schlussmann von Hannover 96, stand acht mal für Deutschland zwischen den Pfosten und hinterlässt seine Ehefrau Teresa und eine Tochter.
Prominente Trauerfälle: Achim Stocker
Achim Stocker
Geboren: 27. Mai 1935
Gestorben: 01. November 2009
Der Präsident des Erstligisten SC Freiburg, Achim Stocker ist tot. Stocker starb nach offizielllen Angaben des Fussballclubs, an den Folgen eines bereits im Oktober 2009 erlittenen Herzinfarkts. Stocker war seit 1972 Vorsitzender des Vereins und damit dienstältester Clubchef im deutschen Profifußball.

